…Man gehe von einem bunten Viereck aus, zuerst öffnet sich ein größeres Fenster, in dem man auf verschiedene Symbole drückt/tippt oder drüber wischt. Heutzutage ist eine App zu bedienen keine Hexerei, denn schon die kleinen Kinder verstehen, wie sie sich auf dem Smartphone von Papa und Mama austoben können.

Doch warum das Ganze überhaupt?

Was bringt ein Programm dazu, eine bestimmte Aktion auszuführen, wenn man meistens eh mit dem Finger auf einen Punkt auf dem Display drückt, oder mit der Maus ein Zeichen anklickt.

Programmieren entwickelt sich vermehrt zu einer neuen Kulturtechnik. Experten sprechen sich dafür aus, dass alle Kinder die Grundlagen erlernen sollen, können, dürfen.

Doch gibt es auch Kritik am Informatikunterricht

Der Einsatz von visuellen Programmiersprachen wie Scratch ist laut Regierungsprogramm ab der Grundschule schon im Einsatz. Doch meine persönliche Erfahrung ist, dass manche Schüler:innen sogar in der 6. Klasse immer noch nichts von Scratch gehört haben, geschweige denn überhaupt wissen, warum programmieren so essentiell wie das Schreiben ist.

Vielleicht fehlt es in den Schulen an allen Ecken und Enden, unter anderem bei der Ausstattung.

Bei Lehrer:innen fehle es eventuell an Know-how.

Dabei sei die Schulung von Lehrer:innen aus den verschiedensten Unterrichtsgegenständen notwendig.

Engagement der Industrie

Kindern Programmieren beizubringen, ist nicht nur Ziel von Bildungsexperten:innen, auch die Industrie engagiert sich, was ich persönlich sehr gut finde.

  • Apple hat so z.B. im Jahr 2016 die kostenlose iPad-App Swift Playgrounds gestartet, mit der Kinder die Apple-Programmiersprache erlernen können.
  • Samsung veranstaltet nicht nur in Österreich Workshop-Reihen mit Coding for Kids, bei denen Schulklassen das Programmieren von Apps und Robotern beigebracht wird, sondern sind dabei die Reihen zu erweitern.
  • Microsoft bietet mit Code Builder ein Werkzeug, das Programmierkenntnisse anhand des Spiels Minecraft vermitteln soll.

Doch wozu sollte man nun als Kind programmieren Lernen?

Wer gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben möchte, ein Job Zukunft, der sollte auch die Grundlagen der Programmierung beherrschen.

Programmieren ist eine Fähigkeit im Leben mit vielen Vorteilen und in der IT-Branche im Besonderen. Die Fähigkeit, viele Aufgaben, eben auch Aufgaben aus dem Alltagsleben, mithilfe von Code zu automatisieren, ermöglicht es jedem der programmieren kann, viel effizienter als die Konkurrenten zu sein.

Ein Spieldesigner, der in der Lage ist, in einer Skriptsprache zu programmieren, kann seine Idee mit Hilfe von Code viel schneller und verständlicher ausdrücken als mit Hilfe eines mehrseitigen Designdokuments.

Wenn man eines Tages Analyst, Spieldesigner oder Produzent sein möchte und kein Programmierer, dann sollte man einfach wissen, wie man programmiert. So wird man zu einer Person, die auf dem Arbeitsmarkt viel gefragter ist, als ein Analyst, Vermarkter, Spieldesigner oder Produzent, der für die einfachsten Aufgaben auch einen Programmierer benötigt, da er selbst keiner ist.

Viele Menschen da draußen denken, dass Programmieren gute Kenntnisse in Mathematik erfordert.

Doch das ist ein Irrtum.

Denn beim Programmieren geht es vielmehr um Logik, um Kreativität. Als bestes Beispiel nehmen wir das Programmieren einer App, wenn man nicht nur Freude am entwickelt, sondern Freunde, für die man ein cooles Spiel für ein Smartphone entwickeln kann, dann braucht man nicht darauf warten, bis irgendein Unternehmen eine solche App veröffentlicht, die vielleicht nicht einmal ein Drittel unserer Vorstellungen entspricht.

Also ist es doch viel besser, wenn man diese selber programmieren könnte. Mit Programmierkenntnissen kann man ein Produkt von Grund auf neu erstellen oder eine Idee – eine Anwendung, eine Website oder ein Programm – genauso implementieren, wie man es benötigt, sozusagen „Maßgeschneidert, ähhm auf Maß programmiert“.

Das Programmieren an sich ist ein mühsamer Prozess. Mit einem Buch lesen ist es leider nicht getan, auch nicht mit einem Tutorial auf YouTube oder gar irgendwelchen Seminaren zu besuchen. Man muss sich hinsetzen und anfangen, die Sprache zu lernen, sich mit dem Code zu beschäftigen und die ganze Zeit üben. Um beispielsweise in Python zu schreiben, muss man mehrere Monate lang jeden Tag 2-3 Stunden arbeiten.

Es gibt ein Gerücht, dass Programmierer sogar besser denken, wenn sie alt sind. Teilweise stimmt das wirklich. Zum Beispiel analysierten 2014 Wissenschaftler der Universität Passau während des Programmierunterrichts Scans des menschlichen Gehirns. Die Ergebnisse zeigten, dass dieselben Teile des Gehirns, die beim Erlernen von Fremdsprachen funktionieren, aktiv sind. Das reduziert das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Außerdem haben fast 500 Freiwillige im Alter zwischen 75 und 85 Jahren bewiesen, dass selbst ein Programmiertag pro Woche die Entwicklung von Demenz durch regelmäßiges Gehirntraining um zwei Monate verzögern kann.

Ich persönlich kann nur dazu aufmuntern es zu versuchen, es macht Spaß und man kann die Welt ein Stückchen besser machen, nicht nur weil man gewisse komplexe Zusammenhänge besser versteht, man kann auch viel schneller interagieren und reagieren, wenn es irgendwo brennt oder an etwas fehlt.